Völlig planlos in Tasmanien! :)

Neuseeland mit seiner großen Stadt Auckland wird kleiner und kleiner
Neuseeland mit seiner großen Stadt Auckland wird kleiner und kleiner

Unsere Nacht vor Abflug auf dem Parkplatz in der Nähe des Aucklander Flughafens war insgesamt ruhiger, als so manche Nacht auf einem geschäftigen Campingplatz. Dementsprechend erholt erwachten wir, als gegen 05:00 Uhr unser Wecker klingelte. Nach dem Duschen (es gab tatsächlich eine Dusche auf dem Parkplatz im Verwaltungsgebäude, die für Kunden benutzbar war!) warteten wir auf unseren ebenfalls im Parkpreis inbegriffenen Shuttle-Bus, der uns zum Flughafen bringen sollte. Mit uns warteten einige andere Personen. Besorgt sahen wir auf die Uhr... die Zeit war schon ziemlich vorangeschritten und wir machten uns Sorgen, dass nicht alle in den kleinen Shuttle Bus passen würden. Dementsprechend schnell verluden wir unser Gepäck im Hänger und suchten uns einen Platz. Es kam, wie es kommen musste und genau eine Person einer ca. 6 Personengruppe war zu viel! :) Aber das Problem wurde einfach schnell gelöst und wir schafften einen zusätzlichen Platz, während ich auf Kais Schoß Platz nahm. Sooo weit war es ja nun auch nicht mehr! Man unterhielt sich fröhlich im Bus... jeder hier war auf Urlaub eingestellt und voll freudiger Erwartung..., wobei wir nicht umhin kamen, wiedermal zu erklären, warum wir uns ausgerechnet Tasmanien ausgesucht hatten. :) 

 

Am Flughafen angekommen, eilten wir zum Check-In... und das keine Sekunde zu spät: Nach uns wurde der Schalter für unseren Flug geschlossen! Das war "just in time" und deutlich zu knapp für Kai, der noch ganz aufgeregt war. Irgendwie hatte er doch tatsächlich eine falsche Zeit im Kopf gehabt. Aber es war ja nochmal alles gut gegangen und die Zeit bis zum Boarding nutzten wir mit Kaffee und heißer Schokolade, um den Schreck zu verdauen. Wenig später saßen wir im Flieger nach Melbourne (Zwischenstopp) und staunten nicht schlecht... Für diesen doch recht kurzen Flug von 3h und 45 Minuten hatten wir neben Frühstück sogar einen Fernseher vor uns mit dem Entertainment-Programm! Verrückt! Diese Angebot von Quantas sollten wir auf jeden Fall genießen... mit ziemlich großer Sicherheit würde das auf unserem Rückflug mit Virgin anders aussehen! Die Sonne war mittlerweile über Neuseeland aufgegangen und ein freundliches Auckland wurde unter uns immer kleiner! Ab ging es in den lang erwarteten Urlaub!

In Melbourne angekommen gestaltete sich der Umstieg nach Tasmanien nicht so einfach, wie gedacht und erwartet... Wir hatten schon in Auckland gedacht, wir hätten die Dame hinterm Schalter missverstanden, aber tatsächlich wurde unser Gepäck hier ausgeladen. Wir mussten es vom Gepäckband holen und vom Internationalen Teil des Flughafens zum Bereich der Inlandsflüge bringen und erneut beim Check-In abgeben! Verrückt... Wie gut, dass wir sicherheitshalber nach Betreten des australischen Flughafens nochmal zur Gepäckabteilung geguckt hatten. Den Rest der Zeit verbrachten wir (wie sollte es anders sein) mit Flugzeuggucken! :) Wir beobachteten, die Flughafenmitarbeiter die Flugzeuge be- und entluden und wurden sogar Zeuge, wie Transportboxen mit Tieren vorsichtig über den Flugplatz gefahren wurden. Zum Flug mit der Boeing 717 nach Hobart (Hauptstadt von Tasmanien) ist nicht viel zu sagen... Umkompliziert, ruhig und leise lief er ab. Für Kai war es der leiseste Flug überhaupt und ich war von dem mir sehr steil erscheinenden Start (ein Raketenstart) sehr beeindruckt. Und dann erschien es unter uns: Tasmanien... Da Hobart im Süden von Tassie liegt, hatten wir hiermit gleich unseren ersten Rundflug über der Insel. Von oben sahen wir die Berge, Seen und kreisrunde Felder zum ersten Mal und waren gespannt, wie es sich in den nächsten zwei Wochen wohl von unten zeigen würde! :)

Zwei Rosakakadus :)
Zwei Rosakakadus :)

Da waren wir also... in Tasmanien... für zwei Wochen... so ganz ohne Routenplan oder Reiseführer. Joah, von oben sah die Insel auch gar nicht sooo klein aus. Aber dennoch sollte es zu schaffen sein, eine kleine Rundreise zu schaffen und von allem was zu sehen! Dazu hatten wir uns einen Sleepervan gemietet. Den galt es als Nächstes abzuholen. Über eine Reiseroute könnte man sich dann immer noch Gedanken machen! Der Flughafen von Hobart liegt ca. 20 Minuten Autofahrt außerhalb von Hobart... und irgendwo auf dieser Strecke in Cambridge lag die Verleihstation unserer Autovermietung. Uns trennten nur 4,3 km von unserem neuen "Zuhause". Na dann mal los! Rucksack geschultert und auf gings! Leider gab es hier außerhalb der Stadt keine richtigen schönen Wege. So liefen wir neben der Bundestraße entlang... So wenig abwechslungsreich der Weg auch war... für uns war es irgendwie was Besonderes! :) Gleich hinter der nächsten Kurve stolperten wir nahezu über einen bunten Vogel, der aufgeregt schimpfend vor uns davontrippelte. Den Federkamm am Kopf hatte er empört aufgerichtet. Ab dem Moment sahen wir sie fast überall, diese lustigen grauen "Eistütenvögel"! :) Als nächstes zeigten sich uns direkt am Straßenrand andere farbenfrohe Vögel... aber viel zu schnell um auch nur ans Bildermachen zu denken. Rot-gelb-grüne Papageien. Was für ein farbenfroher Empfang! Die Vogelwelt hatte uns sofort begeistert und wir waren gespannt, was die Tierwelt noch so zu bieten hätte. Einzig den Schlangen wollten wir nicht wirklich begegnen. Auch wenn es bei Weitem nicht so viele giftige Arten in Tasmanien gibt, so ist die am Häufigsten vorkommende Tigersnake eine von drei giftigen und sogar tödlichen Schlangen hier (praktischerweise für alle drei Bisse ein wirkendes Antiserum). Und so faszinierend, wie wir Schlangen auch finden... Auf eine Begegnung mussten wir es dann doch nicht ankommen lassen! :) Aber hier so im kurzen Gras am Straßenrand bestand auch die Gefahr nicht. Die Straße zog sich gefühlt ins Unermessliche... Plötzlich hielt ein Auto neben uns: "Hey... braucht ihr ne Mitfahrgelegenheit?" Wir waren völlig verdutzt! Aus einem Auto guckte uns ein Mann mit einigen Zahnlücken an, neben ihm seine Frau. Eine der Hinterscheiben des Autos war kaputt. Vermutlich malten wir schon wieder den Teufel an die Wand... aber so richtig wohl fühlten wir uns nicht und lehnten dankend ab! :) Er wendete und fuhr in völlig andere Richtung davon und wir setzten unseren Weg fort. 

Wir waren schon sehr neugierig auf unseren Sleepervan: Einen zum Campervan umgebauten Toyota Hiace. Wir werden also etwas mehr Platz haben. Gut beim beginnenden Winter. Auch hier war Spätherbst und das Wetter ist dem von Neuseeland sehr ähnlich. Alle hatten uns vorher gewarnt, dass es sogar noch etwas kälter als in Neuseeland werden könnte. Wir wurden nicht enttäuscht! Das Auto war groß genug, im Selben zu kochen. Wir quälten uns durch den obligatorischen Papierkram und die klassischen Versuche, uns Versicherungen aufzuquatschen. Zu allem Überfluss war uns der Verleiher nicht sonderlich sympathisch: Ein untersetzter älterer Mann mit rosa Hautfarbe und einer kratzigen Stimme (wir fühlten uns leicht an Onkel Vernon von Harry Potter erinnert). Wir waren froh, als wir endlich mit dem Auto vom Hof fuhren. Als erstes mussten wir uns komplett mit Essen eindecken und dann war es tatsächlich schon an der Zeit, einen Campingplatz zu suchen. Es war ein langer Tag gewesen. Nicht weit von Cambridge etwas im Süden fanden wir einen Zeltplatz auf der South Arm Halbinsel. Eigentlich war es eher ein Club - RSL Club. Was uns an "Roter Stern Leipzig" erinnerte, entpuppte sich als Veteranen-Club für ehemaligen Soldaten aus den Weltkriegen. Über ganz Tassi waren solche Clubs verteilt und auch so schien das Militär hier einen großen Stellenwert zu haben. Das fanden wir allerdings erst zu einem späterem Zeitpunkt heraus. Wir waren hier nur froh, für 5 australische Dollar auf dem Parkplatz übernachten zu können, wunderten uns aber dennoch über den ausgestellten Panzer vor dem Haus. Es war ein reges Treipen in dem Restaurant. Aber das interessierte uns wenig. Wir kochten das erste Mal IM Auto und stellten beim Abwaschen fest, dass unser Auto zwar eine Spüle, aber keinen Auffangbehälter für das Abwasser hatte und alles fröhlich auf den Parkplatz ablief. Hoppla! War das wirklich so gedacht? Naja, das mit dem Abwaschen im Auto würden wir dann wohl zukünftig sein lassen! :) 

Unser Sofa war im Nu zu einem Bett umgebaut und wir in unserer ersten tasmanischen Nacht! :)

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